Am Abend des 5.Jänner, der letzten Rauhnacht, wird in Traunkirchen einer der

eindrucksvollsten Winterbräuche des Salzkammergutes, das Glöcklerlaufen,

abgehalten. Mit Einbruch der Dunkelheit finden sich die Glöckler an ihren

Treffpunkten im ganzen Ortsgebiet in Gruppen, "Passen " genannt, zusammen

um ihren Lauf zu beginnen. Zur Ausstattung eines Glöcklers gehören weiße

Kleidung, Glocken und selbstverständlich die bis zu 15 Kilogramm schwere

Glöcklerkappe. Jede Glöcklerkappe ist ein kleines Kunstwerk für sich. Sie besteht

aus einem meist geometrischen Gerüst aus dünnen Holzstäben auf das

schwarzes Tonpapier aufgebracht wird. Auf dieses Papier wurden zuvor Motive

und Ornamente gezeichnet, die danach in mühevoller Kleinarbeit ausgeschnitten

und gestanzt werden. Abschließend werden die Motive an der Innenseite mit

bunten Papier hinterklebt und die Kerzen, die am Abend die Motive von innen

beleuchten, montiert. Jeder der Läufer wendet dabei mehrere hundert

Arbeitsstunden für seine Kappe auf.

Jede Passe wird von einem Vorläufer, der einen Turban und einen Hirtenstock

trägt, angeführt. Hoch vom Mühlbachberg, weit aus dem Mühlbachtal, aus dem

Ortszentrum sowie aus der Viechtau und Mitterndorf laufen die Passen ihrem

gemeinsamen Ziel entgegen. Bei bestimmten Häusern und Plätzen werden

Achterfiguren gelaufen und die dortigen Familien laden zu einer kleinen

Verköstigung ein. Die Glöckler bedanken sich mit Neujahrswünschen und dem

Singen von Weihnachts- und Krippenliedern. Um 22 Uhr treffen sich alle Passen

am Buchbergparkplatz  zum gemeinsamen Singen. Auf ein Zeichen laufen alle

Passen mit dumpfem Glockengeläut auf dem total im Finstern liegenden Platz

ein, bilden einen riesigen Kreis, die Vorläufer der Passen treten in die Mitte und

stimmen traditionelle Krippenlieder an. Das Licht der Glöcklerkappen und der

dumpfe Klang der Glocken sollen die bösen Geister vertreiben und die guten

Geister anziehen, der Sieg des Lichtes über das Dunkel des Winters. Vor der

Kulisse des Traunsteins ein besonderes Erlebnis, das immer mehr Zuseherinnen

und Zuseher aus nah und fern beeindruckt.

Programm 2016

Hier finden sie das aktuelle Programm 2016 klicken sie links auf das Symbol

Erinnerungen an das Glöckeln vor dem 2. Weltkrieg

Seit wann der Glöcklerlauf in der heutigen Form in Traunkirchen existiert, lässt sich nicht mehr exakt datieren. Ein Zeitungsbericht aus dem Jahr 1928 berichtet, dass „Haberngeißlauf in Verbindung mit dem Glöcklerzug“ seit 1897 nicht mehr durchgeführt wurde. Hilfreich sind hier die Aufzeichnungen von Josef Lehner, Jahrgang 1919, der über den Glöcklerlauf in den 20er und 30er- Jahre noch sehr lebhafte Erinnerungen hat: „Ich kann mich an markante Ereignisse bis zum 4. Lebensjahr zurückerinnern. Im November 1922 starb meine Mutter in Gmunden, sie stammte vom Mühlbachberg (Lehner vom Lerlhäusl) ab. Dann kam ich zu meinem Onkel Hans Lehner, ein Bruder meiner Mutter, nach Traunkirchen, der im Haus Pointhuber wohnte. Ich wuchs dort mit einer Reihe von Buben auf: Stummer Hansl im gleichen Haus, Hobl Karl, Treml Alois, Stritzinger Franz, Putz Anton. Für uns Buben gab es mit den alten Bräuchen immer große Erlebnisse, Krampustag, Christkind, Glöcklertag, Fasching und Ostern. Mit 5 Jahren ging ich das erste Mal mit Stummer Hansl (geb. 1920) zu den Nachbarn Glöckeln. Ein altes weißes Hemd vom Ziehvater an, aus Pappendeckel eine Krone mit Zacken aus Goldpapier beklebt, ein Schnurrbart mit Ofenruß angemalt. Man musste ein Krippenlied singen und als Gabe bekam man einen Krapfen oder einen Apfel oder einige Kekse. Manchmal bekam man auch einige Groschen von 2-5 Gr..10 Groschen war schon etwas Besonderes. Dies gab es nur bei Verwandten oder bei guten bekannten Familien. War doch damals der Stundenlohn eines Facharbeiters in der Saline S 1. An diesem Abend wurde auch die Haberngeiß ab 18h herumgetrieben. Das war ein Privileg welches nur an bestimmte Bauernhäuser kam. Damals an diesem Abend habe ich auch das erste mal die Glöcklerläufer mit den beleuchteten Kappen gesehen. Beim Gebetsläuten um 18h liefen sie vom Ort weg nach Buchberg, wo es dann eine Jause gab. Der Anführer und Organisator war der alte Stummer Hans, der die Kappen auch einteilte. Wir wohnten ja im gleichen Haus Pointhuber. Ich kann mich auch noch an damalige Teilnehmer der sogenannten Achterläufer erinnern. Die Paß lief die Figur einer 8, stellte sich im Kreis auf und es wurden Krippenlieder gesungen. Das gespendete Geld wurde dann von der Paß aufgeteilt. Es war 1930-31 da wurden vom damaligen Initiator Stummer Hans neue Kappen gebaut 1m x 1m x 0,5m. der damalige Lehrer und Maler Heiß zeichnete die Alpenblumen, Enzian, Edelweis und andere auf Schwarzpapier auf und die Blumen wurden ausgeschnitten und mit Seidenpapier in Farbe geklebt. Es sollte eine kleine Konkurrenz den Ebenseern gegenüber gewesen sein. Es war ja damals schon eine Ebenseer-Paß nach Linz eingeladen worden. Für uns Buben damals der Anstoß ebenfalls beleuchtete Kappen zu bauen. Unser Anführer war der Sohn vom alten Stummer Hans, der ein guter Zeichner und Bastler war. Wir waren ca. 10 Buben, es waren 1-3-Spitzkappen. Wir liefen damals vom Hotel Stein-Bahnhof-Buchberg. An ein besonderes Ereignis mit der alten Paß kann ich mich gut erinnern. Die Glöckler stellten beim Putz (Loambauer) ihre Kappen, welche das zweite Mal getragen wurden, auf der sogenannten Gred ab, ein ca. 1,20m breiter Betonstreifen längs des Daches bei der Hausfront. Die Kappen blieben beleuchtet, während die Glöckler in der Bauernstube waren. Es war leichtes Tauwetter. Als alle in der Bauernstube saßen, ging eine schwere Dachlawine ab und zerstörte fast alle Kappen. Ich kann mich noch auf einige Namen von Männern erinnern. Es war damals ja ein Teil Männer, die im 1. Weltkrieg waren: Stummer Hans sen., Vockner Anton sen., Vockner Sepp sen., Plasser Sepp sen. (Mösl), Kerschbaummayr Sepp u.a. Am Glöcklertag, es war 1932 oder 1933, liefen wir Buben auch wieder mit unseren Kappen nach Buchberg. Während wir in der Küche eine Jause bekamen, war Feueralarm, es brannte das Bauernhaus Feichten lichterloh. Für uns Buben war das eine Sensation, wir mussten natürlich laufen und zusehen. Die Kappen holten wir uns am nächsten Tag. Die Jahre von 1933 – 1938 waren ja die Notzeit und große Arbeitslosigkeit. Am Tag gingen wir von Haus zu Haus singen und abends Glöcklerlaufen. Einen Teil der kleinen Einnahmen durften wir uns behalten, das andere behielten sich die Eltern, die kauften ja die Kerzen und das Papier. Hier finden sie noch weiter Angaben zum Glöckeln  Gaigg, Gerhard: Der Glöcklerlauf: Tatsachen und Legenden. In: Vierteltakt. 2003 Depiny, Adalbert: Vom Glöcklerlauf. In: ForumO.Ö.Geschichte. 1927
Kontakt  Wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung unter e: info@gloecklerlauf.net

Glöcklerkappenwerkstatt - Weihnachtsort

Danke für ihren Besuch und ihr Interesse - sie können uns voraussichtlich 2016 wieder besuchen
Videos Traunkirchner Glöcklerlauf
Hier sehen sie die Touren der einzelnen Passen
hier können sie den Glockenklang einer Passe hören

Am Abend des 5.Jänner, der

letzten Rauhnacht, wird in

Traunkirchen einer der

eindrucksvollsten

Winterbräuche des

Salzkammergutes, das

Glöcklerlaufen, abgehalten. Mit

Einbruch der Dunkelheit finden

sich die Glöckler an ihren

Treffpunkten im ganzen

Ortsgebiet in Gruppen, "Passen

" genannt, zusammen um ihren

Lauf zu beginnen. Zur

Ausstattung eines Glöcklers

gehören weiße Kleidung,

Glocken und selbstverständlich

die bis zu 15 Kilogramm

schwere Glöcklerkappe. Jede

Glöcklerkappe ist ein kleines

Kunstwerk für sich. Sie besteht

aus einem meist

geometrischen Gerüst aus

dünnen Holzstäben auf das

schwarzes Tonpapier

aufgebracht wird. Auf dieses

Papier wurden zuvor Motive

und Ornamente gezeichnet, die

danach in mühevoller

Kleinarbeit ausgeschnitten und

gestanzt werden. Abschließend

werden die Motive an der

Innenseite mit bunten Papier

hinterklebt und die Kerzen, die

am Abend die Motive von innen

beleuchten, montiert. Jeder der

Läufer wendet dabei mehrere

hundert Arbeitsstunden für

seine Kappe auf.

Jede Passe wird von einem

Vorläufer, der einen Turban und

einen Hirtenstock trägt,

angeführt. Hoch vom

Mühlbachberg, weit aus dem

Mühlbachtal, aus dem

Ortszentrum sowie aus der

Viechtau und Mitterndorf

laufen die Passen ihrem

gemeinsamen Ziel entgegen.

Bei bestimmten Häusern und

Plätzen werden Achterfiguren

gelaufen und die dortigen

Familien laden zu einer kleinen

Verköstigung ein. Die Glöckler

bedanken sich mit

Neujahrswünschen und dem

Singen von Weihnachts- und

Krippenliedern. Um 22 Uhr

treffen sich alle Passen am

Buchbergparkplatz  zum

gemeinsamen Singen. Auf ein

Zeichen laufen alle Passen mit

dumpfem Glockengeläut auf

dem total im Finstern

liegenden Platz ein, bilden

einen riesigen Kreis, die

Vorläufer der Passen treten in

die Mitte und stimmen

traditionelle Krippenlieder an.

Das Licht der Glöcklerkappen

und der dumpfe Klang der

Glocken sollen die bösen

Geister vertreiben und die

guten Geister anziehen, der

Sieg des Lichtes über das

Dunkel des Winters. Vor der

Kulisse des Traunsteins ein

besonderes Erlebnis, das immer

mehr Zuseherinnen und

Zuseher aus nah und fern

beeindruckt.

Erinnerungen an das Glöckeln

vor dem 2. Weltkrieg

Seit wann der Glöcklerlauf in der heutigen Form in Traunkirchen existiert, lässt sich nicht mehr exakt datieren. Ein Zeitungsbericht aus dem Jahr 1928 berichtet, dass „Haberngeißlauf in Verbindung mit dem Glöcklerzug“ seit 1897 nicht mehr durchgeführt wurde. Hilfreich sind hier die Aufzeichnungen von Josef Lehner, Jahrgang 1919, der über den Glöcklerlauf in den 20er und 30er- Jahre noch sehr lebhafte Erinnerungen hat: „Ich kann mich an markante Ereignisse bis zum 4. Lebensjahr zurückerinnern. Im November 1922 starb meine Mutter in Gmunden, sie stammte vom Mühlbachberg (Lehner vom Lerlhäusl) ab. Dann kam ich zu meinem Onkel Hans Lehner, ein Bruder meiner Mutter, nach Traunkirchen, der im Haus Pointhuber wohnte. Ich wuchs dort mit einer Reihe von Buben auf: Stummer Hansl im gleichen Haus, Hobl Karl, Treml Alois, Stritzinger Franz, Putz Anton. Für uns Buben gab es mit den alten Bräuchen immer große Erlebnisse, Krampustag, Christkind, Glöcklertag, Fasching und Ostern. Mit 5 Jahren ging ich das erste Mal mit Stummer Hansl (geb. 1920) zu den Nachbarn Glöckeln. Ein altes weißes Hemd vom Ziehvater an, aus Pappendeckel eine Krone mit Zacken aus Goldpapier beklebt, ein Schnurrbart mit Ofenruß angemalt. Man musste ein Krippenlied singen und als Gabe bekam man einen Krapfen oder einen Apfel oder einige Kekse. Manchmal bekam man auch einige Groschen von 2-5 Gr..10 Groschen war schon etwas Besonderes. Dies gab es nur bei Verwandten oder bei guten bekannten Familien. War doch damals der Stundenlohn eines Facharbeiters in der Saline S 1. An diesem Abend wurde auch die Haberngeiß ab 18h herumgetrieben. Das war ein Privileg welches nur an bestimmte Bauernhäuser kam. Damals an diesem Abend habe ich auch das erste mal die Glöcklerläufer mit den beleuchteten Kappen gesehen. Beim Gebetsläuten um 18h liefen sie vom Ort weg nach Buchberg, wo es dann eine Jause gab. Der Anführer und Organisator war der alte Stummer Hans, der die Kappen auch einteilte. Wir wohnten ja im gleichen Haus Pointhuber. Ich kann mich auch noch an damalige Teilnehmer der sogenannten Achterläufer erinnern. Die Paß lief die Figur einer 8, stellte sich im Kreis auf und es wurden Krippenlieder gesungen. Das gespendete Geld wurde dann von der Paß aufgeteilt. Es war 1930-31 da wurden vom damaligen Initiator Stummer Hans neue Kappen gebaut 1m x 1m x 0,5m. der damalige Lehrer und Maler Heiß zeichnete die Alpenblumen, Enzian, Edelweis und andere auf Schwarzpapier auf und die Blumen wurden ausgeschnitten und mit Seidenpapier in Farbe geklebt. Es sollte eine kleine Konkurrenz den Ebenseern gegenüber gewesen sein. Es war ja damals schon eine Ebenseer-Paß nach Linz eingeladen worden. Für uns Buben damals der Anstoß ebenfalls beleuchtete Kappen zu bauen. Unser Anführer war der Sohn vom alten Stummer Hans, der ein guter Zeichner und Bastler war. Wir waren ca. 10 Buben, es waren 1-3-Spitzkappen. Wir liefen damals vom Hotel Stein-Bahnhof-Buchberg. An ein besonderes Ereignis mit der alten Paß kann ich mich gut erinnern. Die Glöckler stellten beim Putz (Loambauer) ihre Kappen, welche das zweite Mal getragen wurden, auf der sogenannten Gred ab, ein ca. 1,20m breiter Betonstreifen längs des Daches bei der Hausfront. Die Kappen blieben beleuchtet, während die Glöckler in der Bauernstube waren. Es war leichtes Tauwetter. Als alle in der Bauernstube saßen, ging eine schwere Dachlawine ab und zerstörte fast alle Kappen. Ich kann mich noch auf einige Namen von Männern erinnern. Es war damals ja ein Teil Männer, die im 1. Weltkrieg waren: Stummer Hans sen., Vockner Anton sen., Vockner Sepp sen., Plasser Sepp sen. (Mösl), Kerschbaummayr Sepp u.a. Am Glöcklertag, es war 1932 oder 1933, liefen wir Buben auch wieder mit unseren Kappen nach Buchberg. Während wir in der Küche eine Jause bekamen, war Feueralarm, es brannte das Bauernhaus Feichten lichterloh. Für uns Buben war das eine Sensation, wir mussten natürlich laufen und zusehen. Die Kappen holten wir uns am nächsten Tag. Die Jahre von 1933 – 1938 waren ja die Notzeit und große Arbeitslosigkeit. Am Tag gingen wir von Haus zu Haus singen und abends Glöcklerlaufen. Einen Teil der kleinen Einnahmen durften wir uns behalten, das andere behielten sich die Eltern, die kauften ja die Kerzen und das Papier. Hier finden sie noch weiter Angaben zum Glöckeln  Gaigg, Gerhard: Der Glöcklerlauf: Tatsachen und Legenden. In: Vierteltakt. 2003 Depiny, Adalbert: Vom Glöcklerlauf. In: ForumO.Ö.Geschichte. 1927
Kontakt  Wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung unter e: info@gloecklerlauf.net

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Glöcklerkappenwerkstatt -

Weihnachtsort

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